
"Ein Geben und Nehmen zwischen Jung und Alt..."
Roland Krüger
Generali Zukunftsfonds

"Ich unterstütze das Patenprojekt, weil..."
Eva-Maria Heinen
Förderpatin

- Sigrid Winterhoff, Ursula Frohn und Brigitte Schwamborn (von links) haben Spaß an der Arbeit mit Schülern. (Bild: Schwarz)
Kölner Stadtanzeiger, Samstag 12.12.2009
Pures Leben auf dem Pausenhof
Von Helmut Frangenberg
Als „Schuloma” arbeitet Brigitte Schwamborn in der Zollstocker Gemeinschaftsgrundschule Rosenzweigweg. In ihrer Funktion übernimmt die 66-Jährige Aufgaben, für die Lehrern und Mitarbeitern keine Zeit bleibt.
Ceno vermittelt Freiwillige
Wer sich engagieren möchte, entscheidet selbst über Umfang und Aufgabe. Es gibt eine kleine Aufwandsentschädigung, Seminare sichern eine fachliche Begleitung.
Gesucht werden ältere Menschen, die nach Berufs- und Familienphase ihre Fähigkeiten einsetzen wollen. Ceno vermittelt auch junge Erwachsene, die zwischen Schule und Beruf praktische Erfahrungen sammeln wollen. Informationen im Internet oder telefonisch unter 0221-8008370. www.ceno-koeln.de
Zollstock - „Wir Alten schimpfen immer über die Kinder, tun aber selber nix.“ Brigitte Schwamborn ist eine Freundin klarer Worte. „Schwammi“ rufen sie die Kinder der Zollstocker Gemeinschaftsgrundschule Rosenzweigweg, wenn sie in ihre Schule kommt. Dort ist die lebenslustige 66-Jährige zusammen mit Ursula Frohn und Sigrid Winterhoff für alles zuständig, wofür Lehrer und Mitarbeiter in der Offenen Ganztagsschule und der Förderschule Lernen im selben Gebäude zu wenig Zeit haben. „Die Kinder kommen mit allen möglichen Fragen und Problemchen“, erzählt Schwamborn. „Da gebe ich Tipps aus Erfahrung.“ So werden die Seniorinnen schon mal Ratgeber den wichtigen Lebensfragen wie Liebeskummer. Schwammis Rat an leidende Grundschüler: „Kopf hoch. Da kütt ene Neue.“
Sie habe keine Lust mehr auf „Hemdenbügeln und Fernsehgucken“ gehabt, sagt die „Schuloma“- und dann die Initiative „Ceno - Die Paten“ gefunden. „Was ich hier mache, bereichert das ganze Leben.“ Ursula Frohn und Sigrid Winterhoff sehen das ähnlich. „Der Kleingarten allein füllt mich nicht aus“, berichtet die 68-jährige Ursula Frohn, die dreimal die Woche kommt, um beim Nachmittagsangebot zu helfen. „Es müsste viel mehr Personal hier sein. Da bleibt die Zuwendung zum Einzelnen auf der Strecke.“ Die 66-jährige Sigrid Winterhoff kann als Hobby-Musikerin zusätzliche Kompetenz in Sachen „musikalische Früherziehung“ einbringen; sie macht mit den Kindern Musik. „Ich wollte etwas machen, was mich erfüllt. Das ist hier möglich.“
Die drei Frauen sind fest in das Team der Schule integriert. „Das ist eine unheimliche Bereicherung“, sagt Schulleiterin Elisabeth Janert. Sie brächten „gute Laune und Freude in die Schule“. Diese Form bürgerschaftliche Engagement in den Schulalltag zu integrieren, sei ein Beitrag, die Qualität der Ganztagsgrundschulen „deutlich zu erhöhen“. Die „Einsatzzeiten“ und Arbeitsfelder der Ehrenamtlichen sind genau abgesprochen, sie ergänzen das vorhandene Angebot und schaffen Entlastung. Der Verein „Ceno“ sorgt für eine kontinuierliche Qualifizierung der Ehrenamtler. Ein besonderes Anliegen des Vereins ist, für Begegnungen zwischen den Generationen zu sorgen.
Trotz der guten Erfahrungen bei diesen oder anderen Projekten, wo bürgerschaftliches Engagement in den Alltag von Schulen integriert wird, sind es immer noch wenige Schulen in Köln, an denen solche Kooperationen organisiert werden. Organisationen wie Ceno suchen weiterhin Freiwillige, aber auch viele Schulen haben wohl noch Berührungsängste. Janert glaubt, dass dies an einer bisher nicht ausreichenden Information der Schulen liegt. Sie könne aber jedem Kollegen nur raten: „Der Aufwand, das Ehrenamt zu integrieren, lohnt sich.“



