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- Satilmis Ozan und Sebiba Mahmud Sulemann suchen nach einem Job. Ein Integrations- pate soll helfen. (Bild: Rakoczy)
Kölner Stadtanzeiger, Freitag, 8. Februar 2010
Paten für Arbeitslose gesucht
Von Helmut Frangenberg
Arbeitslose Migranten haben es schwer bei der Jobsuche. Besonders kompliziert wird es, wenn sie gesundheitliche Probleme haben. Eine Initiative vermittelt Jobpaten, die bei Bewerbungen oder Übersetzungen helfen.
Köln - „Ich würde alles machen, was ich körperlich schaffe. Hauptsache: Arbeit“, sagt Satilmis Ozan. Er weiß, dass die Jobsuche schwierig wird. 25 Jahre hat er als Gerüstbauer gearbeitet, bevor ihn eine Herzkrankheit aus der Bahn warf. Nach einer Bypass-Operation war an die schwere körperliche Arbeit nicht mehr zu denken. Nun hat er einen neunmonatigen Kurs beim Verein für Soziale Bildungsarbeit (VSB) absolviert, wo Migranten mit gesundheitlichen Problemen wieder für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden sollen. Ein neuer Job ist jedoch noch nicht in Sicht. Der Familienvater, dessen Kinder studieren oder eine Ausbildung machen, benötigt weiter Hilfe.
„Man braucht jemanden zum Reden“, sagt er auf die Frage, was am nötigsten ist. „Damit man sich klar wird über den weiteren Weg.“ Das helfe auch, um mit Misserfolgen klar zu kommen. „Das tut gut für die Motivation.“ Der VSB und der Verein „Ceno“ suchen „Integrationspaten“ für Menschen wie Satilmis Ozan. Sie sollen beraten, Mut machen oder beim oft schlechten Schriftdeutsch helfen. „Ich brauche jemanden, der mir beim Schreiben von Bewerbungen hilft“, sagt Sebiba Mahmud Suleman. Auch die Formulare und Anträge der Arbeitsverwaltung bereiten ihr große Schwierigkeiten. „Bei der Arge hilft mir keiner“, klagt die 42-jährige, die vor 15 Jahren aus Äthiopien nach Deutschland kam und hier als Reinigungskraft arbeitete. Sie kann nicht mehr schwer tragen. Jobs kann sie sich viele vorstellen - in Küchen, Krankenhäusern oder wie zur Zeit in einem Altenheim, wo sie auf 400-Euro-Basis hilft.
Sprachkenntnisse wären ideal
Ein idealer Pate für Arbeitslose mit so genanntem Migrationshintergrund wäre jemand, der die Muttersprache der Betroffenen spricht und einen ähnlichen kulturellen Hintergrund hat. „Aber es ist für uns sehr schwer, Migranten für solche Projekte zu gewinnen“, beschreibt Gabriele Wahlen von Ceno ein Problem, das alle Vermittlungsagenturen für freiwilliges bürgerschaftliches Engagement haben. Migranten in deutschen Vereinsstrukturen sind immer noch eine Seltenheit. Darauf, dass sich das ändert, können Ozan, Suleman oder andere Betroffene nicht warten. Ohne Hilfe drohen sie in ein Loch zu fallen.
Wer eine „Integrationspatenschaft“ übernehmen will, kann sich bei Ceno melden unter Telefon 0221 / 800 83 70.
Linktipp: www.ceno-koeln.de



