
"Ein Geben und Nehmen zwischen Jung und Alt..."
Roland Krüger
Generali Zukunftsfonds

"Ich unterstütze das Patenprojekt, weil..."
Eva-Maria Heinen
Förderpatin
Kölner Rundschau, 28.9.05
Von Martina Windrath
Sylvia Falcone kam vor fünf Jahren mit ihrer Familie nach Köln, musste sich einleben in einem neuen Land, zurechtfinden in einer neuen Schule. Mittlerweile besucht sie die Klasse 10b und träumt von einer Ausbildung als Restaurantfachfrau. „Das wäre schön, ist aber schwierig. Meine Mutter kann nicht so gut Deutsch, es fehlt die Zeit. Da ist sie sehr wichtig.“, sagt sie und weist auf Ada Fischer (62), die lange als Sachbearbeiterin beim Städtetag arbeitete. „Du sprichst gut Deutsch, aber das Schriftliche üben wir noch“, bestätigt die Mutter zweier Söhne, die als Frührentnerin nach einer sinnvollen Beschäftigung suchte und in der ehrenamtlichen Patenschaft an der Martin-Luther-King-Hauptschule auch fand. Sie wird Sylvia ebenso bei Bewerbungen zur Seite stehen und zu Beginn einer Lehre begleiten.
Es ist drei Jahre her, dass Schulleiter Heinz Klein von der Idee hörte, dass Senioren den Schülern auf dem Weg in eine Ausbildung helfen könnten. „Gucken Sie mal, was sich machen lässt“, sagte er zu Brigitte Dinspel, die die Berufswahlvorbereitung koordiniert und drückte ihr eine Visitenkarte von „Ceno“ in die Hand. Es wurde viel draus: Gestern unterzeichneten die Martin Luther-King-Schule und das „Centrum zur nachberuflichen Orientierung“ nach einer erfolgreichen Pilotphase (von zehn Paten-Schülern schafften es fünf in eine Lehrstelle, eine auf die Europaschule) den Kooperationsvertrag. 14 Schülern stehen in diesem Jahr eben so viele Paten in der neunten und zehnten Klasse zur Seite. Die Senioren unterstützen sie bei der Suche nach einer Lehrstelle, halten Kontakt zu Praktikaleitern, machen mit ihnen Hausaufgaben – ein Modell, das an der Schule in Weiden sowie in der Mommsenstraße in Köln Früchte trägt, wie sie oft weder Lehrer noch Eltern leiten könnten.
„Ich wollte etwas Sinnvolles für andere tun“, sagt auch Helga Dührkoop (67) und stellt ihre Erfahrung als Ausbildungsleiterin des Kaufhofs in den Dienst der Schule, die seit Jahren neue Wege erprobt mit Projekten wie Sozialarbeitern als Wegeplanern Kooperation mit der Wirtschaft oder Förderkursen statt „Sitzenbleiben“.




