
"Ein Geben und Nehmen zwischen Jung und Alt..."
Roland Krüger
Generali Zukunftsfonds

"Ich unterstütze das Patenprojekt, weil..."
Eva-Maria Heinen
Förderpatin
Kölner Senioren unterstützen Hauptschüler bei ihrem Berufseinstieg
Senioren Ratgeber vom 15.03.2007
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Sergej Podporin (19) hat einen Job gefunden. Peter Winkelkotte (69) hat ihm geholfen.
Wie gut, dass Gabriele Wahlen damals dieses Problem hatte, "den Knaben in der Spur zu halten". Hätte ihr der eigene Sohn nicht so viel Ärger bereitet - die Kölner Diplom-Pädagogin hätte vielleicht nie erspürt, wie sich Hauptschüler in der zehnten Klasse fühlen können. Jetzt weiß sie: Das Leben hat wenig für diese Mädchen und Jungen im Angebot. Berufliche Perspektiven schon gar nicht. Nur schwer gelingt es ihnen, Fuß zu fassen.
"So ist die Idee entstanden, den Schülern lebenserfahrene Paten an die Seite zu stellen, die ihnen ins Berufsleben helfen", erzählt Gabriele Wahlen.
Vier Jahre ist das her. Heute steht Peter Winkelkotte (69) zusammen mit seinem "Patenkind" in einer Kölner Autowerkstatt. Eine offene Motorhaube gewährt einen Blick auf das Innenleben eines glänzenden Flitzers. Mit ölverschmierten Händen zeigt Sergej Podporin (19) auf die Schrauben und Schläuche im Wageninneren, er grinst verlegen. Das ist irgendwie schon sein Ding hier. "Ja doch", sagt er. Und dann erzählt der zurückhaltende junge Mann, dass er gerade sein zweites Ausbildungsjahr begonnen hat.
Endlich am Ziel
Der angehende Kfz-Mechatroniker und der Ingenieur im Ruhestand lächeln sich an. Ein kurzer Augenblick, in dem zwei Jahre Vertrauen stecken. So lange kennen sich die beiden schon. Angefangen hat alles bei "Ceno & Die Paten e.V.", dem "Centrum für nachberufliche Orientierung" in Köln-Deutz, wo sich Peter Winkelkotte als Pate beworben hatte, "ich wollte nicht daheim versauern".
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Engagement im Team: Peter Winkelkotte mit den anderen Paten von Ceno
Sergej hatte gerade in der neunten Klasse von dem Projekt gehört und sich sofort bei Ceno angemeldet. „Ich hatte total die Lust aufs Lernen verloren und wusste nicht, was ich werden wollte.“ Für Gabriele Wahlen war sofort klar: Winkelkotte und Sergej – die beiden kommen klar.
Es war eine gute Entscheidung. Sergejs erster Eindruck von seinem Paten: „Doch, der war schon in Ordnung.“ Wirklich? 50 Jahre älter und grauhaarig – Winkelkotte könnte sein Opa sein. Sergej zuckt mit den Schultern. „Ist doch toll, wenn jemand so viel Lebenserfahrung hat.“
Und die nötige Gelassenheit mitbringt. Der 69-jährige Kölner hat in der Tat eine gehörige Portion davon gebraucht. Ob Heizungssanitärs-, Einzelhandelskaufmann oder Programmierer: der 19-Jährige begann nach jedem Berufsfindungspraktikum zu maulen: „Das ist doch nicht das Richtige für mich.“ Dann vielleicht Kfz-Mechaniker? Immerhin fand der 19-Jährige das „nicht so langweilig“.
Jeder Gang zum Arbeitsamt
war damals ein kleiner Kampf. „Da musste ich oft nachhaken“, erinnert sich Winkelkotte. „Hast du Computerpapier? Deine Passfotos? Deine Zeugnisse für die Bewerbung ?“
Anfangen bei null. Peter Winkelkotte ist froh, dass ihn Profis wie Gabriele Wahlen im Vorfeld intensiv geschult haben. „Es war ein hartes Stück Arbeit, bis Sergej den Ausbildungsplatz in der Werkstatt hatte“, sagt sein Pate. Und dann lächeln sich die beiden wieder an. Alles vorbei und vergessen heute hier in der Werkstatt.
„Sergej ist völlig unproblematisch“, klopft Meister Stefan Stuch seinem Lehrling auf die Schulter. Und der macht sich jetzt, gewappnet mit Schraubenschlüssel, wieder an die Arbeit. Nicht ohne sich vorher mit seinem Paten auf ein Eis am nächsten Tag zu verabreden. „Es ist eine lohnende Aufgabe und bedeutet mir viel“, sagt Winkelkotte.



